Recruiting

Relevanz von Arbeitszeugnissen

Wie wichtig sind Arbeitszeugnisse bei der heutigen Bewerber:innenauswahl?

Trotz aller Befürchtungen vor einer Rezension in Deutschland sind qualifizierte Fachkräfte auch weiterhin stark gefragt. Bewerbungen von Spezialist:innen gehen bei Unternehmen in niedrigen Zahlen ein, aktives Recruiting durch eigene Active Sourcer oder externe Headhunter ist oftmals nötig. Was dabei zunehmend auffällt: Es werden immer weniger Dokumente angefragt, häufig nur noch der Lebenslauf. Und das aus gutem Grund. Wo ein Arbeitszeugnis einmal wichtiger Bestandteil von Bewerbungsunterlagen war, ist es zunehmend zweitrangig.

Wieso? Das diskutieren wir in diesem Artikel.

Darum gibt es Arbeitszeugnisse

Alle Arbeitnehmenden haben das Anrecht auf ein Zwischen- und Endzeugnis einer Beschäftigung. Diese dienen sowohl als Beschäftigungsnachweis (einfaches Zeugnis), als auch zur Beurteilung der ausgeübten Tätigkeit (qualifiziertes Zeugnis), um Arbeitnehmer:innen dabei zu helfen, sich erneut erfolgreich zu bewerben. Professionell erstellte Arbeitszeugnisse sind standardisiert, was bedeutet, dass sie mit einer Aufgabenbeschreibung beginnen, gefolgt von einer Leistungsbeurteilung, und einer Dankesformel und Wünschen für die Zukunft enden. Die verwendeten Formulierungen innerhalb des Arbeitszeugnisses ähneln dabei einem Code, der nur von erfahrenen Recruiter:innen richtig interpretiert werden kann. (Länzlinger, 2022)

Denn: Sie dürfen keine negativen Formulierungen enthalten. Auch dürfen keine widersprüchlichen Aussagen oder doppeldeutige Aussagen enthalten sein. So sieht es das deutsche Arbeitsrecht vor. (Haufe Online Redaktion, 2022)

 

Arbeitszeugnisse Pro und Contra

Was vor einigen Jahren noch als glaubwürdiges Dokument in einer Bewerbung nicht fehlen durfte und letztlich die Chancen auf eine Einstellung stark beeinflusste, wird heute zunehmend von negativen Aspekten überschattet.

Wie bereits dargestellt soll das Arbeitszeugnis als Nachweis über die ausgeübte Tätigkeit in einem Unternehmen dienen und im Falle eines qualifizierten Zeugnisses auch die Leistungen des Bewerbenden widerspiegeln. Jedoch muss es dafür professionell und objektiv erstellt werden. Zwar gibt es heute viele IT-Programme, die dies automatisiert übernehmen, jedoch auch nur so gut, wie sie von den Nutzer:innen bedient werden. Idealerweise sollten die automatisiert verfassten Texte noch einmal von erfahrenen Recruiter:innen gegengelesen und bei Bedarf angepasst werden.  (Süddeutsche Zeitung, 2022)

Besonders in Kleinunternehmen ist die Erstellung eines Zeugnisses auch heute noch ein Problem, da es hier oftmals keine Personalabteilung gibt und damit die nötige Kompetenz nicht vorhanden ist. Codes werden infolgedessen falsch eingesetzt, Standard-Formulierungen überdecken Empfehlungen. Was gut gemeint ist, kann in den Augen von erfahrenen Recruiter:innen schnell missinterpretiert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Objektivität. Es ist mit unter schwierig, die Leistung von Mitarbeiter:innen für eine langjährige Tätigkeit mit vielleicht wechselnden Aufgaben auf nur einer Seite zu beurteilen. Ist das Ende der Beschäftigung gegebenenfalls auf eine Kündigung zurückzuführen, egal von welcher Seite, leidet schnell die Objektivität. Erfolgt die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers, sind Zeugnisse häufig äußerst wohlwollend formuliert, um rein prophylaktisch arbeitsrechtliche Prozesse zu vermeiden. Erfolgt die Kündigung hingegen von Seiten der Mitarbeiter:innen, sind Arbeitgeber:innen häufig weniger erfreut und neigen dazu, das Arbeitszeugnis kritischer zu verfassen. (Vollmer, 2017)

 

Fazit

Arbeitszeugnisse sind auch 2022 noch von Relevanz, insbesondere bei Arbeitgebern des Öffentlichen Dienstes. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen.

Ja, ein Arbeitszeugnis bestätigt die Tätigkeit in einem Unternehmen und enthält im Falle eines qualifizierten Zeugnisses auch Aussagen zur Leistung. Die Person, die das Zeugnis ausgestellt hat, könnte jedoch nichtqualifiziert dazu gewesen sein oder war in ihrer Objektivität beeinflusst.

Deswegen schauen auch wir bei CareerPeakr zunächst auf den Lebenslauf und gleichen diesen im persönlichen Gespräch mit den Bewerber:innen ab. Hier lässt sich schnell erkennen, ob jemand tatsächlich über die im Lebenslauf beschriebenen Erfahrungen und Qualifikationen verfügt, in dem man nach konkreten Beispielen fragt und sich diese ausführlich beschreiben lässt.

Im Zweifelsfall hilft es auch, nach Referenzen zu fragen. Im Ausland sind diese bereits gang und gäbe.

Wir sind überzeugt, dass jeder von uns Herausragendes leisten kann und Spaß an der Arbeit verdient. Hierzu ist es wichtig, den passenden Job im richtigen Umfeld zu finden. Mit Hilfe unserer digitalen Recruiting Technologie sowie unserer langjährigen Recruiting Erfahrung in den Bereichen IT, Engineering, Life Science, Finance und vielen mehr bringen wir Kandidaten und Unternehmen zusammen, die wirklich zueinander passen.

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Literaturverzeichnis

Haufe Online Redaktion. (11. 10 2022). Von https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/die-beurteilungsgrundsaetze-im-arbeitszeugnis_76_322150.html abgerufen

Hunziker, R. (22. 12 2021). Von https://www.tagesanzeiger.ch/arbeitszeugnisse-haben-ausgedient-757837633029 abgerufen

Länzlinger, J. (01. 03 2022). Bewerbung.com. Von Bewerbung.com: https://bewerbung.com/arbeitszeugnis-stellenwert/ abgerufen

Süddeutsche Zeitung. (18. 07 2022). https://www.sueddeutsche.de. Von https://www.sueddeutsche.de: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeit-wie-wichtig-sind-arbeitszeugnisse-noch-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220718-99-66460 abgerufen

Vollmer, A. (21. 07 2017). welt.de. Von https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article166867159/Warum-ein-Arbeitszeugnis-nicht-viel-wert-ist.html abgerufen

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